Tour durch die Gibson Factory – Oder lieber doch ne Vintage Gibson?

Die Gitarren des US-Herstellers Gibson sind neben Fender eigentlich die wichtigsten Player im Gitarren-Bereich. Gerade die Vintage Gibson Gitarren sind begehrt und stiegen über Jahre im Wert. Während die Gibson Mitarbeiter ehrfürchtig vom „Ghost of Gibson“ sprechen, der den Gitarren den speziellen Sound verleiht, blicken wir bei dieser Gelegenheit etwas skeptischer auf den Hersteller aus Nashville Tennessee.

Gibson zockt mit seinem Erbe

Die Qualität der Gibson USA Produkte konnte im letzten Jahr nur wenig überzeugen. Gerade die 2015-er Modelle haben für einen nicht unerheblichen Image- und Absatzschaden gesorgt. Sie waren schlicht am User vorbei entworfen worden. Wer braucht schon ein ansteckbares Schlagbrett, einen häßlichen Nullbund oder einen Comic-Sans Schriftzug auf der Kopfplatte einer Gitarre, die über 4.000 Euro kosten soll? Sicher sind diese Features nützlich. Aber in meinem Sportwagen will ich schließlich auch keine Kaffeemaschine verbaut haben.

Dass Gibson natürlich in einer gewissen Zwickmühle steckt, ist verständlich. Denn es müssen jährlich Produktneuerungen vorgestellt werden, um Usern weitere Produkte zu verkaufen. Mit Gewalt sollte man das aber nicht erzwingen.

Gibson hat 2015 die Preise ruiniert, Händler verärgert und über Amazon verkauft

Die wenigen Händler, die noch eine Gibson-Lizenz haben, waren nicht erfreut, als Gibson seine Ladenhüter über Amazon zum Aktionspreis verschleudert und damit die Bestände in den Musikläden entwertet hat. Denn ist der Preis erstmal ruiniert, müssen die Händler zähneknirschend nachziehen, um weiter verkaufen zu können. Und das zum drastisch gesenkten Preis. Mit dem sinkenden Gewinn je verkaufter Gitarre schwand der Spaß am Handel mit den einstigen Legenden.

Moody vergibt schlechtes Rating für Gibson USA

Die Rating-Agentur Moody hat Gibson abgestraft und schlecht bewertet. Man fragt sich dann, wie es weiter gehen soll mit den einst unumstößlichen Ikonen aus Nashville. Denn während die alten Vintage Gibsons mittlerweile im Preis eher konstant bleiben, hielten sich die Gerüchte, dass die Firma Gibson zum Verkauf steht. Kaufen wollte aber niemand, da die Firma angeblich hohe Schuldenberge mit sich herum trägt und sie insgesamt wackliger ist, als das den Anschein hatte.

Egal, Gibson Factory Tour anschauen.

Lassen wir das alles mal beiseite und schauen uns hier die Gibson Factory-Tour an. Denn die ist wirklich interessant und zeigt, welche Prozesse beim Bau der Gitarren noch immer von Hand erledigt werden. Dieses Video stammt aus der USA-Fabrik. In der Gibson-Fabrik in Quingdao / China werden angeblich nur Teile für den Asiatischen Markt hergestellt. Vornehmlich für die Gibson Tochter Epiphone.

Gibson Custom Shop vs. Gibson USA Linie

Auch wenn sich Gibson mit seiner 2015er USA-Linie keinen Gefallen getan hat, sind die Gitarren aus dem Gibson Custom Shop auch weiterhin echte Klassiker, klingen in den meisten Fällen prima und spielen sich gut. Hier werden die Modelle nach alten Spezifikationen der frühen Modelle aus den 1950er Jahren gefertigt.

Die Preise liegen hier allerdings in einem Bereich, wo man sich schon überlegt, ob man nicht lieber eine original Vintage Gibson aus den 1970ern kaufen sollte. Die Preis-Differenz dieser Original-Modelle zu den neuen Customshop Modellen ist gar nicht mehr so groß.

Die Gitarren aus der Gibson USA Linie hingegen haben mittlerweile unbeliebte Weight-Relief-Kammern im Inneren des Korpus, die dazu dienen sollen, das Gewicht zu reduzieren. Dies geht natürlich auf Kosten des Klangs. Und der ist ja eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf einer Gitarre.

Früher war das Holz länger abgelagert, hatte mehr Zeit zu reifen und zu trocknen und klang durch die dadurch verbesserte Holzstruktur einfach wärmer und holziger. Sicher ist dies auch dem Wachstum von Gibson und dem generell gestiegenen Verbrauch an Hölzern auf dem internationalen Markt geschuldet. Der Nachschub an ordentlichem und vor allem abgelagertem Holz wird immer schwieriger.

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Verwende unsere Suchmaschine GearDude.net um Vintage Gibson Gitarren in den deutschsprachigen Kleinanzeigenboards zu suchen. Die alten Gibsons sind für uns hier bei GearDude einfach die erste Wahl. Natürlich solltest Du die Gitarre vorher anspielen. Denn in den 1970ern gab es auch einige Modelle mit flacherem Halsprofil bzw. kann eine Vintage Gitarre nach einigen Jahren die Schwingsungsfreudigkeit verlieren, wenn sie nicht gespielt wurde. Nimm Dir Zeit und teste ein paar Gitarren an. Dann wirst Du eine passende Vintage Gibson finden, die Du nie wieder hergeben möchtest.

Wie sind Deine Erfahrungen oder Ansichten zu Gibson? Schreibe es uns in die Kommentare!

 

Quelle: YouTube / Premier Guitar  |  Alle genannten Marken und Markenzeichen sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber.

One Response

  1. Claus

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